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Lkr. Elbe-Elster
Kloster Mühlberg, Refektorium


Kloster Mühlberg, Refektorium Zustand des Refektoriums ca. 10 Jahre nach dem Brand, rechts das Herrenhaus (ehem. Abtei) mit bemerkenswertem Schmuckgiebel aus dem 16. Jahrhundert Aufnahme: Möller, 1999, vor Beginn der Bauarbeiten Kloster Mühlberg, Refektorium Sanierungsstand des Refektoriums im Herbst 2004 kurz vor der Fertigstellung Aufnahme: Groß, 2004
 
Die Stadt Mühlberg liegt an der Südgrenze Brandenburgs zu Sachsen und beherbergt eine der bedeutenden Klosteranlagen des Landes, das Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern. Die Gründung des Klosters ist für das Jahr 1228 urkundlich belegt und war für die Entwicklung der Region im räumlichen Bezug zu den Klöstern Altzella (Sachsen) und Dobrilug (Brandenburg) von hoher Bedeutung für die Entwicklung der Region. Nach der Säkularisation des Klosters im 16. Jh. wurden die Klostergebäude vielfach umgenutzt. Vom Bestand der aus der Literatur auch als Kloster „Güldenstern“ bekannten Anlage sind heute die Klosterkirche mit dem einzigartig gestalteten Schmuckgiebel und Resten eines ehemaligen Nonnengangs, das Herrenhaus (die ehem. Abtei), die neue Propstei, das Hospiz, der Klostergarten mit Klostermauer und Reste der jüngeren Wirtschaftsgebäude erhalten.
Im Verlauf der Umnutzung des Klosters seit dem 16. Jh. wurde das ehemalige Refektorium mehrfach umgebaut und diente als Stall und Speicher. Im Jahr 1990 brannte das Gebäude mit dem anschließenden Rinderstall (um 1700) vollständig aus. Erhalten blieben drei bauzeitliche Umfassungswände sowie die tonnengewölbten Keller. Für die verbliebene Substanz bestand seit dem Brand akute Einsturzgefahr. Da der Kreuzgang sowie das Kapitelhaus bereits 1594 abgerissen wurden, gab es darüber hinaus die Befürchtung, dass die Struktur der Klosteranlage mit dem möglichen Verlust des Refektoriums endgültig verloren geht. Von daher war es vorrangiges denkmalpflegerisches Ziel, die überkommene Substanz zu retten und einer Nutzung zuzuführen. Die Nutzungsansätze waren sehr unterschiedlich. Anfänglich wurde die Schaffung eines Veranstaltungsraums im Erdgeschoss mit der Einrichtung von Übernachtungsmöglichkeiten im Obergeschoss bis hin zu einem Ausbau des neu zu errichtenden Dachstuhls in Betracht gezogen. Dieser Ansatz musste verworfen werden, da die Finanzierung wegen fehlender möglicher Nutzer selbst für einfachere Varianten nicht gesichert werden konnte. Daher wurde durch die Stadt als Eigentümerin der Gesamtanlage entschieden, das Refektorium so zu sanieren, dass in erster Linie die mittelalterliche Substanz durch die Errichtung eines neuen Dachs erhalten wird und andererseits der damit entstehende Raum ohne weiteren Einbau von Decken für verschiedene Veranstaltungen sowie als Besichtigungsobjekt genutzt werden kann. Hierzu gehören insbesondere die Stabilisierung und Restaurierung des aufgehenden Mauerwerks und die Errichtung eines neuen Dachstuhls in Verbindung mit der dringend erforderlichen Sicherung der Mauerkrone. Wichtige Grundlage für die Sanierung waren neben den bautechnischen Gutachten bauhistorische und restauratorische Untersuchungen. Deren Untersuchungsergebnisse konnten nicht alle Fragen der Entstehung und ursprünglichen Gestalt des Gebäudes klären, wohl aber entscheidende Hinweise für ein der Substanz angemessenes Restaurierungskonzept geben.
Durch die Bereitstellung von Mitteln aus dem Denkmalprogramm zur Erhaltung und zum Wiederaufbau von Kulturdenkmälern mit besonderer nationaler kultureller Bedeutung, Mitteln des Landes und des Landkreises sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte dieses Konzept seit 2000 gemeinsam mit der Stadt umgesetzt werden. Am 15. 12. 2004 erfolgte die feierliche Einweihung des Refektoriums im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit der AG „Historische Stadtkerne“ des Landes Brandenburg. Die Sicherung des ehemaligen Refektoriums des Klosters Mühlberg stellt einen wichtigen Baustein für die Wiederbelebung der Klosteranlage dar.

Dietmar Kraußer
 
© Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum